Polen / Masuren / Gizycko (Lötzen)


Allen Befürchtungen und Wetterapps zum Trotz wurden wir am frühen Morgen vom blauen Himmel und weissen Wolken geweckt. Hell ist es hier aber schon ab 4.00 Uhr, die Sonne geht dann gegen 6 Uhr auf. Das Frühstück war lecker und wir planten eine ausgedehnte Radtour. Das erste spannende Objekt dieses Tages war die berühmte Drehbrücke über den Luzcanskikanal von 1860. Bis heute wird die 100 Tonnen schwere und 20 Meter lange Bücke noch von Hand bewegt.

Dann gab es ein paar wundersame Gebäude inclusive des Essenraumes/ Restaurant in unserem „postmodernen Hotel“ Europa, wie es in einem Reisebuch heisst.

Wir umrundeten den Jezioro Niegocin (Löwentin See) und liessen die Natur auf uns wirken. Nach 30 Kilometern waren wir wieder in unserem Hotel.

Es war zwar sonnig, aber es wehte ein stürmischer Nordost mit Stärke 5, in Böen 6. So sass ich dick eingemummelt und mit Handschuhen auf dem Pino.

15. 6. 2017

Ja, Fronleichnam ist in Polen ein hoher katholischer Feiertag. Gestern herrschte hier noch Grabesstille, die Häfen waren zwar mit Booten gefüllt, doch menschenleer. Das änderte sich aber zum Abend: Viele sind angereist, um das verlängerte Wochenende zu geniessen. Diskomusik war zu hören und die Boote füllten sich mit Menschen. Und die besonders harten Jungs machten gleich die erste Nacht durch, um sich biergestärkt den Herausforderungen des sportlichen Segelns zu stellen. Während wir am Morgen unseren Kaffee zum Frühstück genossen, bestellten andere Frischbier, um den Level zu halten. Aber alles verlief friedlich und in bester Laune. Das Wetter spielte mit und wir konnten unsere grosse Radtour bei angenehmen Temperaturen in Angriff nehmen. 60 Kilometer standen auf dem Programm.

Von Gizycko ging es über Doba, knapp an Hitlers Wolfsschanze vorbei, wo im Juli 1944 das Attentat scheiterte. Der beschriebene Radweg war herrlich, allerdings änderte sich dies schlag(loch)artig ab Doba: ab hier eine zehn Kilometer lange Motocross Strecke, die unserem Pino – und uns – gar nicht gefallen hat.  In Sztynort (Steinort) besuchten wir das Schloss der Grafen von Lehndorff und wurden dort von einem kleinen Gewitter überrascht.

Den Rest der Strecke machten wir dann auf eigene Faust und waren froh, als wir wir nach 55 Kilometern wieder in unserem Hotel waren. Dort herrschten sommerliche Verhältnisse, einfach perfekt…;-)

16. 6. 2017

Heute wollten wir uns auf den Weg zur Wolfsschanze machen. Doch vorher mussten wir mit unserem Pino in den Fahrradladen (Rowery), weil sich die Speichen des Hinterrades aufgrund der extremen Strassenverhältnisse gelockert haben. Für 30 zlt/ 8 Eur0 hatten wir nach einer halben Stunde das Rad wieder und ein sehr kompetentes Velogeschäft in Giszycko kennengelernt. Anschliessend gingen wir auf Strecke.

Zunächst kamen wir an einem neuen, hochgesicherten Tiermastbetrieb vorbei…:-(

Da kommen echt Fragen auf. Dann ging es weiter zur Wolfsschanze.

Da wir mit dem Pino dort waren, bekamen wir keinen Eintritt, was wir eigentlich auch nicht wollten. Mit der Geschichte rund um die Wolfsschanze und das Hitlerattentat von 1944 haben wir uns schon vorher beschäftigt. Weil Sebastian einen kleinen navigatorischen Fehler machte, haben wir statt der berechneten 60 Kilomter noch 20 Kilometer drauflegen müssen; sprich wir mussten nach 10 Kilometern wieder die selbe Strecke zurückfahren…

2 Comments

  • Liebe Gabi, toll, dass du einen Blog schreibst. Lese ich gerne. Alles gute auf eurer Reise (nach Polen wollte ich schon
    Lange einmal). Bis zum nächsten Mal, hansjürg

    • Hallo Hansjürg, wenn man mal die 1600 km geschafft hat, ist es echt super hier oben. natur, wie ich sie ähnlich aus dem raum dresden kenne, nur viel weiter, viel wasser und mehr, viel spass beim weiter anschauen. gabi

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